Batteriespeicher für Logistikimmobilien: E‑Lkw laden, ohne jahrelang auf das Netz zu warten
Die meisten Netzanschlüsse von Logistikimmobilien wurden nie dafür ausgelegt, neben dem Tagesbetrieb auch E‑Lkw zu laden. Und in Regionen mit Netzengpässen kann ein stärkerer Anschluss Jahre dauern.
Kurz gesagt: Ein Batteriespeichersystem (BESS) ist ein großer Speicher vor Ort, der Strom bei geringer Nachfrage speichert und ihn abgibt, wenn Lkw laden müssen. So kann ein Standort mehr Lkw laden, als sein Netzanschluss allein zuließe, ohne auf den Netzbetreiber zu warten.
Dieser Artikel erklärt, was ein Batteriespeicher für eine Logistikimmobilie leistet, warum immer mehr Standorte einen installieren und wann er dem Netzausbau überlegen ist.
Was ein Batteriespeicher für eine Logistikimmobilie tatsächlich leistet
Stellen Sie sich den Netzanschluss als schmale Leitung und den Speicher als Wassertank vor. Die Leitung füllt den Tank über den Tag langsam und gleichmäßig. Kommen die Lkw zum Laden, gibt der Tank viel Leistung auf einmal ab.
Ohne Tank müsste die Leitung den ganzen Tag, jeden Tag, breit genug für diese Spitze sein. Mit Tank bewältigt ein kleiner Anschluss eine deutlich größere Last.
Das Energiemanagementsystem (EMS) ist das Gehirn dahinter. Es entscheidet, wann der Speicher geladen wird, wann er zum Einsatz kommt und wie der Bedarf des Gebäudes und der Ladepunkte ausbalanciert wird.
Drei Gründe, warum Logistikimmobilien einen Batteriespeicher installieren
- Der Netzanschluss ist zu klein. Das ist der häufigste Grund. Am WDP-Standort Raamsdonksveer benötigte die Halle in Spitzenzeiten rund 200 kW, das Netz lieferte aber nur 69 kW. Ein Batteriespeicher in Kombination mit Photovoltaik und EMS hob die verfügbare Leistung auf 269 kW, mit Reserve für Wachstum.
- Sie bestimmen den Zeitplan. Ein Netzausbau hängt von Kapazität, Budget und Warteliste des Netzbetreibers ab. Einen Batteriespeicher planen und installieren Sie nach Ihrem eigenen Zeitplan, und das zählt, wenn Lkw, Fahrer und Routen bereits feststehen.
- Der Standort läuft bei einem Ausfall weiter. Fällt das Netz aus oder wird es eingeschränkt, versorgt der Speicher Gebäude und Ladepunkte für eine gewisse Zeit weiter. Das nennt man Inselbetrieb: Der Standort läuft vorübergehend autark.
Batteriespeicher oder Netzausbau: Welcher Weg ist besser?
Manche Standorte machen am Ende beides. Wer aber bald Ladekapazität braucht, für den ist der Vergleich recht eindeutig.
Ein Netzausbau macht die Leitung dauerhaft breiter. Langfristig ist das die umfassendste Lösung, aber den Zeitpunkt haben Sie nicht in der Hand. In Regionen mit Netzengpässen kann die Wartezeit länger sein, als Ihr Elektrifizierungsplan zulässt.
Ein Batteriespeicher ist ein Projekt, das Sie von Anfang bis Ende selbst steuern, ohne dass der Netzbetreiber zuerst handeln muss. Das macht die Gesamtkosten besser planbar. Batteriespeicher sind nicht billig, aber sie können die Kosten und wirtschaftlichen Risiken langer Wartezeiten reduzieren.
Und Warten ist teuer. Bestellte Lkw, eingestellte Fahrer und Routen, die um noch nicht fertige Ladepunkte herum geplant sind, sind ein echtes finanzielles Risiko.
Praxisbeispiel: Raamsdonksveer
Der Netzanschluss des Standorts deckte nur etwa ein Drittel des Spitzenbedarfs, und Überschussstrom konnte nicht eingespeist werden. Statt einen Netzausbau zu beantragen und zu warten, installierte WDP einen modularen Batteriespeicher und ein Energiemanagementsystem.
Der Standort erreichte die volle benötigte Kapazität, mit Reserve für Erweiterungen, nach einem Zeitplan, den das Projekt bestimmte und nicht der Netzbetreiber. Mehr dazu in E‑Lkw sind startklar, die Netzanschlüsse der meisten Logistikimmobilien nicht.
Lohnt sich ein Batteriespeicher für ein mittelgroßes Logistikdepot?
Batteriespeicher sind nicht nur etwas für große Vorzeigestandorte. Das eigentliche Problem, ein Netzanschluss, der älter ist als der E‑Lkw, betrifft mittelgroße Depots genauso. Ein kleinerer Standort braucht meist weniger Zusatzleistung, sodass ein kleinerer Speicher ausreichen kann.
Zwei Fragen entscheiden, unabhängig von der Größe des Standorts. Wie groß ist die Lücke zwischen Ihrem Netzanschluss und dem, was Ihre E‑Flotte brauchen wird? Und wie sehr würde das Warten auf einen Netzausbau Ihren Plan beeinträchtigen? Deutet eine der Antworten auf eine echte Lücke hin, lohnt sich ein genauerer Blick auf einen Batteriespeicher.
Was das für Ihren Elektrifizierungsplan bedeutet
Mit einem Batteriespeicher wird Elektrifizierung von etwas, das auf den Netzbetreiber wartet, zu etwas, das Sie selbst planen. Kombiniert mit gut geplantem Depotladen, wie in Depotladen oder Laden unterwegs beschrieben, ist er einer der wirksamsten Wege, einen Elektrifizierungszeitplan realistisch zu machen.
Wenn Sie Standorte für eine wachsende E‑Flotte vergleichen, fragen Sie früh, ob ein Batteriespeicher und erweiterbare Leistung bereits vorhanden sind, so wie Sie nach Rampentoren oder lichter Höhe fragen. Raamsdonksveer zeigt, wie das aussieht, wenn es bereits gebaut ist.
FAQ
Das Fazit
Ein Batteriespeicher macht die Flottenelektrifizierung von einem Plan, der auf das Netz wartet, zu einem Projekt, das Sie nach eigenem Zeitplan umsetzen. Raamsdonksveer beweist es: Ein Netzanschluss von 69 kW versorgt heute einen Standort mit 200 kW Spitzenbedarf, mit Reserve. Reicht die Netzkapazität Ihres Standorts nicht aus, stellen Sie die Frage jetzt, nicht erst, wenn die Lkw da sind.