Barry Callebaut - Green Fleet - Truck Chargers 2024

E‑Lkw können an zwei Orten laden: im eigenen Depot oder an öffentlichen Ladepunkten unterwegs. Der Unterschied ist entscheidend, denn nur eines von beiden kontrollieren Sie selbst.

Kurz gesagt: Depotladen findet an Ihrer Logistikimmobilie statt, auf Infrastruktur, die Sie und Ihr Vermieter planen und bauen. Laden unterwegs hängt von einem öffentlichen Netz ab, das in Europa noch ausgebaut wird, nach einem Zeitplan, den kein Flottenbetreiber beeinflusst.

Deshalb beginnen die meisten Unternehmen, die es mit E‑Lkw ernst meinen, beim Depot.

Depotladen und Laden unterwegs im Überblick

Depotladen Laden unterwegs

Wo

An Ihrer Logistikimmobilie oder Ihrem Distributionszentrum

Laden unterwegs

Standzeit der Lkw

Eine bis acht Stunden oder länger, zwischen Schichten oder über Nacht

20 bis 45 Minuten, während der Fahrerpause

Ladegeschwindigkeit

Langsam bis schnell, an stark frequentierten Standorten auch Megawattladen

Schnellladen bis Megawattladen

Wer hat die Kontrolle

Sie und Ihr Vermieter

Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur

Kostenplanbarkeit

Hoch, die Infrastruktur gehört zu Ihrem Standort

Geringer, Sie zahlen öffentliche Tarife und sind von der Verfügbarkeit abhängig

Wer bestimmt den Zeitplan

Sie, über Ihre Standort- und Mietentscheidungen

Nationale Netze und öffentliche Ausbaupläne

Warum das Depot zuerst kommt

Öffentliche Ladepunkte sind für lange Strecken wichtig. Wie schnell sie entstehen, hängt jedoch vom Ausbau in jedem Land ab, und den kann kein einzelnes Unternehmen beschleunigen.

Beim Depot ist das anders. Es ist eine Immobilienentscheidung, an einem Standort, den Sie mieten oder besitzen, nach einem Zeitplan, den Sie mit Ihrem Vermieter vereinbaren. Es ist der einzige Teil des Ladens, den Sie selbst planen, richtig dimensionieren und unter Kontrolle halten können.

Vergleich von Depotladen (1 bis über 8 Stunden, unter Kontrolle des Nutzers) und Laden unterwegs (20 bis 45 Minuten, abhängig vom öffentlichen Ausbau)

Was ist Megawattladen (MCS), und brauchen Sie es?

Das Megawatt Charging System (MCS) ist ein neuer Ladestandard für schwere E‑Lkw. Es liefert rund 1 Megawatt (1.000 kW), ein Vielfaches eines normalen Schnellladers. Das Ziel ist einfach: einen Lkw während der gesetzlich vorgeschriebenen 45-minütigen Fahrerpause substanziell nachzuladen.

Nicht jedes Depot braucht das. Lkw im Nah- oder Regionalverkehr kehren meist jeden Abend zurück und stehen über Nacht, für sie reicht normales Schnellladen gut aus.

Megawattladen wird relevant, wenn ein Depot Fernverkehrs-Lkw mit vielen Fahrzeugbewegungen und kurzen Stopps abfertigt, bei denen jede Minute Ladezeit zählt.

Entscheidungsdiagramm, wann ein E-Lkw-Depot normales Schnellladen (DC) oder Megawattladen (MCS) benötigt

Praxisbeispiel: der Einride-Ladepark

In Bleiswijk baut WDP den ersten Ladepark dieser Art in den Niederlanden für Einride, ein schwedisches Unternehmen für elektrischen und autonomen Güterverkehr. Er zeigt, wie ein Depot der Megawatt-Klasse in der Praxis aussieht.

  • Sechs Ladepunkte mit zusammen bis zu 2.000 kW (2 MW), intelligent verteilt durch ein Energiemanagementsystem
  • Fünf Punkte mit je bis zu 480 kW und ein Megawatt-Punkt nach dem neuen MCS-Standard
  • Platz für sechs gleichzeitig ladende E‑Lkw
  • Ein 2.250 m² großes Grundstück mit überdachtem Ladebereich unter einem Holzdach
  • Alle Ladepunkte sollen bis Ende Oktober 2026 testbereit sein

Das ist mehr als eine Reihe Ladesäulen. Das Dach schützt den Ladebereich, die Fahrerlounge bietet einen Ort für die Pause, während der Lkw lädt, und das Energiemanagementsystem verteilt die verfügbare Leistung auf sechs Lkw, statt sie für einen zu reservieren.

Layout des Einride-Ladeparks in Bleiswijk: fünf Ladepunkte mit 480 kW und ein MCS-Punkt mit 1 MW, zusammen 2 MW, auf einem 2.250 m² großen Grundstück

Was das für Ihren Elektrifizierungsplan bedeutet

Wer ein Depot von Anfang an für Schnell- oder Megawattladen plant, vermeidet später ein teures Problem: den Umbau, sobald die Flotte dem Standort entwächst. Der Einride-Ladepark und der Standort mit Batteriespeicher in Raamsdonksveer zeigen, dass sich Leistung und Laden ab dem ersten Tag einplanen lassen.

Bevor Sie einen Standort für eine wachsende E‑Flotte wählen, stellen Sie drei Fragen. Wie viele Lkw müssen gleichzeitig laden? Wie schnell müssen sie wieder auf die Straße? Und schafft die Stromversorgung des Standorts das schon heute oder erst nach einem Netzausbau?

FAQ

Das Fazit

Das Depot ist der Teil des E‑Lkw-Ladens, den Sie wirklich planen und steuern können. Ob es normales Schnellladen oder Megawattladen braucht, hängt von Ihren Routen ab und davon, wie schnell die Lkw wieder rollen müssen. Wer das vor Unterzeichnung des Mietvertrags klärt, verhindert, dass eine wachsende E‑Flotte ihrem eigenen Depot entwächst.

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